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Instant Messenger

Da das Austauschen von Nachrichten und Bildern über das Mobilfunknetz meist kostenpflichtig ist, nutzen viele Smartphone-Besitzer mittlerweile ein Alternativ-Programm zur herkömmlichen SMS und MMS. Sogenannte Instant Messenger, wie auch WhatsApp als wohl beliebtestes Programm der Deutschen, verwenden dagegen das Internet zur Datenübermittlung. Was dabei die Anwender oft nicht interessiert, wie sicher diese Daten übertragen werden und wo die Daten in welchem Umfang gespeichert werden. Datenschutzerklärungen der Diensteanbieter werden selten gelesen bevor sie bestätigt werden.

Mit dem Zukauf von WhatsApp durch Facebook ist eine Diskussion über die Nutzung von alternativen Messengern entbrannt. Facebook kaufte WhatsApp mit dem Versprechen, dass alles beim „Alten“ bleibt. Unabhängig davon, ob zukünftig eine gezielte Werbung stattfindet, sollte sich jeder Anwender darüber klar werden, dass alle Informationen aus wirtschaftlichen Interessen und zur Profilbildung ausgewertet werden. Es geht nicht nur um die Kommunikationsdaten sondern auch um sämtliche Kontaktdaten aus den Smartphones, unabhängig ob der Kontakt selbst bei WhatsApp registriert ist.

Sowohl die Speicherung aller Daten auf Servern in den USA als auch die unverschlüsselten Kommuni­kationswege bergen zudem das Risiko, dass die Daten von staatlichen Stellen genutzt und ausgewertet werden. Nicht umsonst nahm die NSA zum Ende des letzten Jahres in Bluffdale in Utah ein riesiges Rechenzentrum für 1,5 bis 2 Milliarden US-Dollar in Betrieb. Mit einer durchschnittlichen Speicher­kapazität von 135 Terabyte pro Erdenbürger ist es nicht nur das größte Rechenzentrum der Welt, neue Rechner und Prozessoren sollen den Verschlüsselungsstandard AES-256 knacken.

Vor dem Hintergrund des Wechsels zu einem neuen Messenger stellt sich die Frage, welcher derzeit die Privatsphäre am meisten schützt. Bei der Auswahl eines neuen Messengers sollte nicht die bequemste Handhabung das Hauptkriterium sein. Unter Berücksichtigung von datenschutz- und datensicher­heitsrelevanten Aspekten empfiehlt es sich darauf zu achten, dass sich die Server in Europa befinden und die Kommunikation verschlüsselt erfolgt. Hier haben sich vor allem die Schweizer Smartphone-Anwendungen Threema und myEnigma hervorgetan.

Wer WhatsApp den Rücken kehren will sollte darauf achten, dass die App nicht nur deinstalliert wird, sondern dass das Konto in den Einstellungen unter "Account" gelöscht wird.  Bei einer Neu­installierung ist dann allerdings die schon bezahlte Jahresgebühr noch einmal zu entrichten.